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…ein Hanseat?

4 Nov

Auch wenn Hamburg an sich recht offen ist, so gibt es doch einige feine, aber entscheidende Unterschiede zwischen den Bewohnern der Hansestadt:

Neben den Quiddjes (den „Zugezogenen“) gibt es den gebürtigen und den geborenen Hamburger – und dann auch noch den Hanseaten.

Doch wo genau ist da der Unterschied?

Wer erst nach seiner Geburt nach Hamburg gekommen ist, wird „offiziell“ nie Hamburger werden, egal wie lang er in der Hansestadt bleibt. Er ist und bleibt ein „Quiddje“, ein Auswärtiger. Echter Hamburger kann man nur durch Geburt werden – und auch da gibt es noch Unterschiede:

Wer sich Hamburger oder genauer gesagt „gebürtiger Hamburger“ nennen möchte und darf, muss in Hamburg geboren sein.

Um jedoch ein „waschechter“ bzw. ein so genannter „geborener Hamburger“ zu sein, müssen mindestens die Eltern bereits „gebürtig Hamburger“ gewesen – also bereits in Hamburg geboren worden sein.

Hanseat hingegen kann man heute quasi gar nicht mehr werden.

Wikipedia erklärt zum Begriff „Hanseat“: „Der Satz: „Wirklich genuine Hanseaten sind Menschen, deren Vorfahren hier schon vor Jahrhunderten als hanseatische Kaufleute, Reeder, Banker, tätig waren.“ – ist in dieser Form unzutreffend. Er meint jene Hanseaten, deren auf den Privilegien der Oberschicht gründendes Hanseatentum alter Prägung 1918 endete. Nicht untergegangen ist die „hanseatische Lebensart“, welche in ungebrochener Tradition der Lebensart dieser Hanseaten steht. Heute werden zu den Hanseaten unverändert die Mitglieder der alten Familien gerechnet. „Sie sind nicht mehr alle reich, vielleicht sogar nur noch die Minderheit, aber sie gehören zusammen, sie halten zusammen“

Letzteres ist extrem zutreffend in Hamburg: Hamburg, die Stadt der Stiftungen und Clubs, hat „Kreise“ in die ein Quiddje vermutlich niemals vordringen wird. Menschen, die schon seit Generationen durch die Geschichte ihrer Familien verbunden sind, und die vieles in der Stadt regeln und bestimmen, ohne dass man davon tatsächlich viel mitbekäme. Die Hanseaten sind so etwas wie der „Adel“ in Hamburg – jedoch ohne Titel, dafür mit Macht und Einfluss aber auch mit Prinzipien. Ein echter Hanseat, nimmt beispielsweise keine Orden oder Auszeichnungen an. Deshalb hat Helmut Schmidt seinerzeit das Bundesverdienstkreuz abgelehnt:

»Es gibt über Dir keinen Herren und unter Dir keinen Knecht«, heißt es im hanseatischen „Ordelbook“ von 1271. Der Hanseat bekomme seinen Lohn in dem Bewusstsein erfüllter Pflicht, nicht etwa durch Auszeichnungen.

Die Namen der alten, hanseatischen Familien kann man in Hamburg an fast jeder Straßenecke nachlesen, denn durch ihr Wirken sind zahlreiche Gebäude, Parks, Straßen usw. nach ihnen benannt: Amsinck, Jenisch, Laisz, Hudtwalcker, Mönckeberg, Sieveking – um nur ein paar wichtige zu nennen.

Ja, so ist das hier…

Aber mach Dir nichts draus: Die Hamburger lieben ihre Quiddjes – und als traditionelle Kaufmannsstadt mögen sie jeden, mit dem man Geschäfte machen kann 😉

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…ein Quiddje?

4 Nov

Du! Du bist vermutlich ein Quiddje…

Das ist nämlich die Hamburger Bezeichnung für „Auswärtiger“ oder „Zugezogener“ – also für einen Nichthamburger.

Laut Wikipedia stammt das Wort aus der Zeit, als Auswärtige beim Betreten einer Stadt am Stadttor eine Gebühr entrichten mussten und dafür eine Quittung erhielten. Ein Quiddje ist also jemand, der eine solche Quittung in der Stadt mit sich herumträgt. Der Begriff ist wertend, wenn auch nicht beleidigend. Selbst den Hamburger Bürgermeister Herbert Weichmann, der in Oberschlesien geboren wurde, haben die alteingessenen Hamburger hinter vorgehaltener Hand als „der Quiddje aus Schlesien“ bezeichnet.

Die Hamburger sind nett zu ihren Quiddjes – aber ein Hamburger zu werden, ist gar nicht so leicht – siehe auch „Was ist denn …ein Hanseat“!

Klönschnack

11 Nov

Wen man mit Jemanden ein Klönschnack hält, dann führt man eine kleine, lockere Unterhaltung.

…schon eine Straße?

26 Okt

Wwo es doch in Hamburg jede Menge Kamps, Blätter, Durchschnitte, Moore, Twieten, Wege, Alleen, Bahnen, Höhen, Plätze, Parks, Stiegen, Brücken, Glacis, Ufer, Wälle, Wöhre, Dämme, Stücken, Chausseen, Brooke, Wische, Koppeln, Fänge, Mühren, Forts, Horste, Rehme, Gräben, Blicke, Pfade, Häuser, Borne, Pflüge, Dieke, Züge, Alster 😉 , Hoffe, Felder, Passagen, Höfe, Hörne, Holte, Boome, Gassen, Kollaus, usw. gibt

Die Hamburger Straßennamen haben es bisweilen in sich – gerade die typischen norddeutschen Begriffe wie Redder, Steert oder Kamp geben dem Quiddje so manche Rätsel auf.

Und auch um lustige Straßennamen sind wir nicht verlegen:

Raboisen und Schlump beispielsweise sind phonetisch irgendwie schon witzig.

Die Rutschbahn oder der Durchschnitt auch interessante Adressen in der Stadt.

Wer das Buchstabieren üben will, geht in die ABC-Straße…

Auch die Milchstraße braucht man in Hamburg nicht am Himmel zu suchen, sondern direkt an der Alster.

Und wer am „Irrweg“ wohnt, ist hoffentlich selten auf dem Holzweg…

Hummel-Hummel, Mors-Mors

22 Okt

Dieser Hamburger Gruß ist „Hummel, Hummel – Mors, Mors“, welcher vom damals im „alten“ Hamburg arbeitenden Wasserträger Johann Bentz stammt, der den Spitznamen „Hummel“ hatte und bis zu seinem Tod 1854 in Hamburg lebte. Wenn er vorbeikam, sagte man spöttisch „Hummel, Hummel“. Er antwortete darauf „Mors, Mors“.

Als Mors bezeichnet man in Hamburg den Hintern. Der Gruß ist in Hamburg allerdings heutzutage nicht mehr gebräuchlich – man hört ihn allenfalls noch bei Stadtrundfahrten (von den Touristen).

Heute ist in Hamburg als Gruß ein „Moin“ allgemein üblich. Das heißt nicht (wie fälschlicherweise oft verstanden) „Guten Morgen“ sondern wörtlich „guten“, was sich auf alle Tageszeiten beziehen kann.

Mit Moin sind Sie also meist auf der richtigen Seite 🙂

Schietwetter

14 Okt

gibt es in Hamburg seltener, als gemeinhin angenommen. Genauer gesagt, empfinde ich das Wetter als schlecht erst dann, wenn es mal richtig einen Tag über nur regnet. Oder sich die Wolken durch eine schöne Grauzeichnung auszeichnen.

Franzbrötchen

14 Okt

Dieses typisch hamburgische Backwerk soll es angeblich tatsächlich nur in Hamburg geben – ein echter Verlust für Restdeutschland!

Leckeres Plundergebäck – wenn richtig gemacht dann: Oben kross, unten klebrig, innen saftig und zimtig!

Ganz Perverse bestreichen es noch zusätzlich mit Butter.  Viele Bäcker bieten auch Varianten mit Rosinen, Streuseln oder Schokolade an. Ich steh allerdings nur auf das Original!

Die besten Franzbrötchen die ich bisher in Hamburg finden konnte gibt es zum einen in der Konditorei Peukert in der Fruchtallee (Nähe U-Bahn Emilienstrasse) und bei „Die kleine Konditorei“ (Osterstraße / Ecke Methfesselstrasse und Luttherothstraße / Ecke Heußweg)

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